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Ratgeber · Stand 8. Oktober 2026

Lebensmittelkosten pro Monat ermitteln

Durchschnittswerte aus dem Netz helfen dir wenig. Ob dein Haushalt viel oder wenig für Lebensmittel ausgibt, hängt von so vielen Dingen ab, dass nur deine eigenen Zahlen wirklich etwas aussagen. Die gute Nachricht: Die hast du schon, auf deinen Kassenbons.

Warum der Kontoauszug nicht reicht

Ein Blick ins Online-Banking zeigt dir, wie viel bei welchem Supermarkt abgebucht wurde. Das ist ein Anfang, aber ungenau:

  • Im Supermarkt kaufst du nicht nur Lebensmittel, sondern auch Putzmittel, Drogerieartikel, Zeitschriften oder Pfand.
  • Bar bezahlte Einkäufe beim Bäcker, auf dem Markt oder am Kiosk fehlen ganz.
  • Du siehst nur Summen, nicht, ob das Geld in Obst, Fleisch, Getränke oder Süßes geflossen ist.

Die Kassenbons zeigen genau das. Deshalb ist der verlässlichste Weg zu deinen echten Lebensmittelkosten, eine Weile lang jeden Bon zu sammeln.

In vier Schritten zu deiner Zahl

  1. Einen Zeitraum festlegen: Mindestens vier Wochen, besser zwei Monate. Eine einzelne Woche ist zu zufällig, weil ein Großeinkauf oder ein Fest alles verzerrt.
  2. Jeden Bon sammeln: Supermarkt, Discounter, Bäcker, Markt, Getränkemarkt. Wer bar zahlt, notiert kleine Käufe ohne Bon kurz.
  3. Nach Warengruppen sortieren: Mindestens Lebensmittel, Getränke und alles andere (Drogerie, Haushalt). Wer genauer hinsehen will, trennt Obst und Gemüse, Milchprodukte, Fleisch und Fisch, Brot und Backwaren, Süßes und Snacks.
  4. Auf den Monat umrechnen: Die Summe der Lebensmittel durch die Zahl der Wochen teilen und mit etwa 4,3 multiplizieren, denn ein Monat hat im Schnitt rund 4,3 Wochen.

Das Ergebnis ist dein Monatsbetrag. Er ist viel aussagekräftiger als jede Tabelle mit Durchschnittswerten, weil er zu deinem Haushalt, deinem Wohnort und deinen Gewohnheiten passt.

Was den Betrag nach oben oder unten treibt

  • Personen im Haushalt und deren Alter: Jugendliche essen oft mehr als Erwachsene.
  • Wie oft zu Hause gekocht wird: Wer mittags in der Kantine isst, kauft weniger ein, gibt das Geld aber woanders aus.
  • Die Läden: Discounter, Vollsortimenter, Bioladen und Markt unterscheiden sich im Preisniveau deutlich.
  • Marken oder Eigenmarken: Eigenmarken der Händler sind oft spürbar günstiger.
  • Fleisch, Fisch, Getränke und Süßes: Hier liegt bei vielen ein großer Teil der Ausgaben.
  • Spontankäufe: Der kleine Einkauf „nur schnell Milch holen“ landet selten nur bei der Milch.
  • Weggeworfenes: Was verdirbt, hast du bezahlt, aber nicht gegessen.

Wo Sparen wirklich etwas bringt

Wenn du deine Warengruppen kennst, siehst du, wo das Geld hingeht, und kannst gezielt ansetzen, statt überall ein bisschen zu verzichten.

Mit Liste einkaufen

Eine Einkaufsliste ist der einfachste Schutz gegen Spontankäufe. Wer vorher kurz in Kühlschrank und Vorratsschrank schaut, kauft außerdem nichts doppelt.

Ein Wochenbudget statt eines Monatsbudgets

Ein Monatsbudget ist nach zwei Wochen oft schon weg, ohne dass man es merkt. Ein Wochenbudget ist überschaubarer: Du siehst jederzeit, was bis Sonntag noch übrig ist. Wie das geht, steht im Haushaltsbuch für Lebensmittel.

Eigenmarken ausprobieren

Bei Grundprodukten wie Mehl, Nudeln, Reis, Milch oder Konserven sind die Unterschiede oft klein, die Preisunterschiede aber nicht.

Preise im Blick behalten

Achte auf den Grundpreis (pro Kilo oder Liter) am Regal statt auf den Packungspreis. Größere Packungen sind nicht automatisch günstiger.

Weniger wegwerfen

Kleiner einkaufen, dafür öfter, Reste einplanen und das Mindesthaltbarkeitsdatum als Orientierung statt als Ablaufdatum sehen.

Am einfachsten: die Bons für dich rechnen lassen

Bons per Hand sortieren klappt, ist aber mühsam. Eine App kann das übernehmen. In Coinly fotografierst du jeden Bon, egal aus welchem Laden. Die App zeigt dir die Summe für heute, die Woche, den Monat oder alles, die Läden mit ihren Beträgen und die Warengruppen als Balken. Tippst du auf eine Warengruppe, siehst du, welche Artikel dahinterstecken. Ein optionales Wochenbudget zeigt dir, was heute noch im Plan ist.

Wichtig dabei: Tage ohne Bon bedeuten nur, dass nichts erfasst wurde, nicht, dass nichts ausgegeben wurde. Je vollständiger du sammelst, desto genauer wird deine Zahl.

Häufige Fragen

Wie viel sollte man pro Monat für Lebensmittel ausgeben?

Eine pauschale Zahl gibt es nicht, weil Haushaltsgröße, Wohnort, Läden und Essgewohnheiten stark schwanken. Aussagekräftiger ist, die eigenen Ausgaben über vier bis acht Wochen aus den Kassenbons zu ermitteln.

Wie rechne ich Wochenausgaben auf den Monat um?

Durchschnittliche Wochenausgaben mal etwa 4,3, denn ein Monat hat im Schnitt rund 4,3 Wochen.

Gehören Drogerieartikel zu den Lebensmittelkosten?

Nein, sie werden besser getrennt erfasst. Viele Supermarktbons enthalten aber beides, deshalb lohnt es sich, nach Warengruppen zu sortieren.

Wie lange sollte ich meine Ausgaben erfassen?

Mindestens vier Wochen, besser zwei Monate. Eine einzelne Woche ist zu stark von Zufällen wie einem Großeinkauf geprägt.

Wo kann ich bei Lebensmitteln am meisten sparen?

Meist bei Spontankäufen, teuren Warengruppen wie Fleisch, Getränken und Süßem sowie bei weggeworfenen Lebensmitteln. Eine Einkaufsliste und ein Wochenbudget helfen am schnellsten.